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23.06.16 - 22:08 Uhr

Wohnungsbericht und Nürnberger Mietspiegel 2016

Bei 7,31 € liegt der durchschnittliche Mietzins in Nürnberg – und damit 0,45 € über den 6,86 € aus dem Jahr 2014. Das lässt der heute vorgestellte Nürnberger Mietspiegel 2016 erkennen.

„Die steigende Tendenz der bisherigen Mietpreisentwicklung setzte sich auch in den vergangenen zwei Jahren erwartungsgemäß fort - leider“, so Gunther Geiler, Geschäftsführer des DMB Nürnberg und Umgebung. Zum Vergleich: die Inflationsrate lag nach dem allgemeinen Verbraucherpreisindex im Jahr 2015 bei nur 0,3 Prozent. Die Mieten steigen also rund 10 mal so schnell.Die Ursachen für die Steigerung von durchschnittlich 6,5% liegen nicht nur darin, dass der Neubau nach wie vor der steigenden Nachfrage hinterherhinkt, sondern auch in den derzeit geltenden wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.Geiler: „Wer bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung sichern will, kann nicht allein auf Neubau setzen, denn günstige Mieten sind im freifinanzierten Neubau nicht zu machen“, so Geiler und verweist auf weitere wirtschaftliche aber auch rechtliche Punkte:1. Wohnungsbauförderung:Umso stärkeres Augenmerk ist auf Förderungsinstrumente zu legen. Die derzeit diskutierten Fördermaßnahmen durch Sonderabschreibungen sieht Geiler kritisch und befürchtet Mitnahmeeffekte, sofern die Mittel unabhängig von einer Mietobergrenze zur Verfügung gestellt würden.Weiterführend:http://www.mieterbund.de/presse/pressemeldung-detailansicht/article/34845-gesetz-zur-steuerlichen-foerderung-des-mietwohnungsneubaus-koalition-verschiebt-bundestagsbe.html?cHash=a11e84d1b6203c8501db58ba58ee382aundhttp://www.mieterbund.de/presse/pressemeldung-detailansicht/article/35239-gesetz-zur-steuerlichen-foerderung-des-mietwohnungsneubaus.html?cHash=d833e2a96a67e5a4ded233b67248765e ?2. Bauland und Bodensteuer:Als „Nadelöhr des Wohnungsbaus“ bezeichnet Geiler den Mangel an Flächen, die kurzfristig zur Verfügung gestellt werden könnten. Dem könnte auch eine Änderung im Bereich der Grundsteuer hin zu einer Besteuerung des Bodenwertes entgegenwirken. Dies würde die derzeit offenbar lukrative Spekulation mit Baugrund einzudämmen helfen. Weiterführend: www.mieterbund.de/presse/pressemeldung-detailansicht/article/35387-finanzminister-foerdern-bodenspekulation-bestrafen-investitionen-und-erschweren-schaffung-neu.html undhttp://www.grundsteuerreform.net/ 3. Nachbesserungen der MietpreisbremseDie 2015 eingeführte Mietpreisbremse konnte bislang die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und den Anstieg der Mieten in Nürnberg dämpfen. „Die mangelnde ‚Bremswirkung‘ ist den vielen Ausnahmen und fehlenden Sanktionen geschuldet, weshalb die Mietpreisbremse noch in dieser Legislaturperiode nachgebessert werden muss“, so Geiler, der darauf verweist, dass Mieter derzeit noch nicht einmal einen Rückforderungsanspruch haben, wenn sie erst im Nachhinein herausfinden, dass im Vertrag eine zu hohe Miete vereinbart wurde.4. Änderungen der rechtlichen Vorgaben für MietspiegelLetztendlich sind auch Korrekturen im Mieterhöhungsrecht selbst notwendig. Grundlage und gleichzeitig Grenze einer Mieterhöhung ist die „ortsübliche Vergleichsmiete“. Diese ist zum Beispiel aus dem Mietspiegel ersichtlich. Dabei definiert das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), welche Daten in die Ermittlung der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ einfließen dürfen: nämlich nur die Mieten der Wohnungen, die innerhalb der letzten 4 Jahre neu vermietet wurden oder deren Mietpreis innerhalb der letzten 4 Jahre verändert (= erhöht) wurde. Das sind systematisch die teuersten Mieten einer Stadt – denn all die Mieten, die seit Jahren unverändert – und damit niedrig – blieben, dürfen laut Gesetz nicht in den Mietspiegel einfließen. Deshalb begrüßt der DMB Nürnberg und Umgebung e.V. die Initiative von Bundesjustizminister Heiko Maas, im Rahmen der zweiten Mietrechtsnovelle, den Betrachtungszeitraum für die Vergleichsmieten von 4 auf 8 Jahre zu verlängern. Hierdurch kann der Anstieg der Vergleichsmieten abgemildert werden.