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Mieterbund Nürnberg und Umgebung e.V.

Aktuelles zum Mietrecht

|   nürnberg news

Teilsieg gegen Dawonia 

Im Bestand des größten bayerischen vormals staatlichen Wohnungsunternehmens sind nach seiner Privatisierung vor rund 10 Jahren die Betriebskosten förmlich explodiert. Teilweise um das Dreifache oder mehr stiegen die Kosten für Versicherungen und Hauswart.

100 bis 150 Euro pro Jahr macht allein der vom DMB Nürnberg angezweifelte Anteil in vielen Fällen aus, manchmal noch mehr. Pro Jahr! Pro Mietpartei! Eine riesige Summe – denn der DMB Nürnberg geht davon aus, dass womöglich der gesamte Wohnungsbestand (zumindest im Erlanger und Nürnberger Raum) von den Problemen betroffen ist. 

„Kostensteigerungen, obwohl die Mieter praktisch unisono berichten, die Leistungen des Hauswarts seien zurückgegangen? Obwohl die Dawonia keinerlei Dokumentation der erbrachten Tätigkeit vorlegen kann? Das können Mieter nicht verstehen und wir als DMB nicht akzeptieren. Und dass das größte Wohnungsunternehmen Bayerns seinen Wohnungsbestand zu Kosten versichert, die oft 30 % oder gar 50 % über den Preisen liegen, die in anderen Unternehmen üblich sind, wirft die Frage auf, wie und auf wessen Kosten das Unternehmen seinen Wohnungsbestand bewirtschaftet“, so Gunther Geiler, Jurist und Geschäftsführer des DMB Nürnberg. Unplausibel und nicht nachvollziehbar fand der DMB Nürnberg diese Steigerung und empfiehlt Mietern seit Jahren, nur Teilbeträge zu akzeptieren.  

Die einbehaltenen Kürzungsbeträge hatte die Dawonia nun vor Gericht durchsetzen wollen und eine Mieterin verklagt. Auf die vorgebrachten Einwendungen jedoch konnte – oder wollte - das Unternehmen offenbar keine Antworten liefern und nahm die Klage zurück – angeblich „aus prozessökonomischen Gründen“. 

„Natürlich ist das ein schöner Erfolg. Er bestärkt uns in der Annahme, dass wir mit unseren Einschätzungen und rechtlichen Bewertungen richtig liegen“, so Geiler. 
 
Aus Sicht des DMB der ärgerliche Nebeneffekt: Ohne Klage kein Urteil. „Viele Dawonia-Mieter lassen sich durch die dauerhaften Mahnungen verunsichern, die sie teilweise seit Jahren im Monatsrhythmus erhalten. Diese Mieter hätten sich die Rechtssicherheit gewünscht, die ein Urteil bietet. Wir prüfen nun, ob wir deswegen unsererseits die Unrechtmäßigkeit der Abrechnungen gerichtlich feststellen lassen“, so Geiler.
 

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