Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Meldungen aus dem Verein

|   Aktuelles aus Nürnberg

Bürgerbegehren in Erlangen: Wohnraum muss erhalten bleiben – keine Umnutzung zu Gewerbezwecken

Geht es nach dem Willen der Uniklinik Erlangen, soll ein Schwesternwohnheim zukünftig nicht mehr zu Wohnzwecken genutzt werden. Das sanierungsbedürftige Objekt soll zu Büros und Labors umgebaut werden. Ein auch vom DMB Nürnberg unterstütztes Bürgerbegehren will das verhindern.

 

Der Berichterstattung war zu entnehmen, dass ein entsprechender Antrag auf Umbau bereits von der Universität gestellt worden sei. Das Objekt steht in einem Areal, das im Bebauungsplan als „reines Wohngebiet“ ausgewiesen ist. Demnach wäre vor einer Genehmigung eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig, die wiederum der Stadtrat beschließen müsste. Die Stadtverwaltung indes steht auf einem anderen Standpunkt: der Bebauungsplan sei nicht mehr bindend, das Vorhaben der Uniklinik könne prinzipiell genehmigt werden.  

Unabhängig von der Frage, ob die Umnutzung bereits jetzt genehmigungsfähig ist oder nicht, sprachen sich sowohl der DMB Nürnberg und Umgebung e.V. als auch der Erlanger Mieterinnen- und Mieterverein gemeinsam dafür aus, dass die bisherige Nutzung als Wohnraum erhalten bleibt.  „Wohnraum in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort ist aus verschiedensten Gründen wünschenswert. Die Alternative hieße: ressourcenintensiver und teurer Neubau am Stadtrand. Dazu – entgegen allen ökologischen Zielen der Stadt – Arbeitswege, die bei Wohnheim am Arbeitsort entfielen“, so Wolfgang Winkler, Vorstand des Erlanger Mieterinnen- und Mietervereins. Für den Erhalt dieses Gebäudes zu Wohnzwecken sprechen nicht nur seine ursprüngliche Nutzung und der bisherige Bebauungsplan, sondern auch die Tatsache, dass auch Erlangen vom Mangel an bezahlbaren Wohnungen betroffen ist. So wichtig der Neubau ist, er ist keinesfalls die alleinige Lösung des zunehmenden Wohnungsproblems. Bezahlbare Wohnungen können im Neubau nur bedingt entstehen. Umso wichtiger ist es, jeder Wohnung im Bestand auch einer Nutzung weiterhin zuzuführen.  

Das Vorhaben der Uniklinik stößt auch aus einem anderen Grund beim DMB Nürnberg auf Unverständnis. Vormals zeigten sich Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitenden ebenso wie gegenüber der Öffentlichkeit verantwortungsvoll und stellten den Angestellten eigenen günstigen Wohnraum zur Verfügung. Betriebseigene Wohnbaugesellschaften waren Garanten für langfristige, sozialverantwortliche Bewirtschaftung und zufriedene Mitarbeiter – und sie entlasteten den kommunalen Wohnungsmarkt. „Doch offenbar sind sie unmodern“, so das frustrierte Fazit von Gunther Geiler, Geschäftsführer des DMB Nürnberg. „Die Attraktivität eines Standortes wie Erlangen garantiert den ansässigen Firmen den Zuzug hochqualifizierter Mitarbeiter. Dass diese wohnen müssen, wird dann wohl als eine Folge betrachtet, mit der die Stadtgesamtheit durch Schaffung zusätzlicher Wohnungen klarkommen muss.“

Zudem kann man nur im Bestand noch günstigen Wohnraum finden. Den gilt es zu erhalten. Die Umnutzung und Schaffung zusätzlicher Wohnungen durch vollständigen Neubau wird aller Wahrscheinlichkeit nach zu Mieten führen, die über den Mieten eines sanierten Bedienstetenwohnheims liegen. 

Unverständlich ist auch, dass Erlangen mit seiner Zweckentfremdungssatzung ebenso wie Nürnberg einerseits der Nutzung von Wohnraum zu gewerblichen Zwecken entgegentritt, aber die Umnutzung von 125 Wohnungen zu Gewerbe faktisch zum selben Ergebnis führt: dem Verlust von Wohnraum – bloß eben auf legalem Weg.“, so Geiler.

Der DMB Nürnberg hatte ebenso wie der Erlanger Mieter:innenverein die Erlanger Stadtratsfraktionen darum gebeten, sich im Sinne der Mieterinnen und Mieter gegen eine Umnutzung und für den Erhalt als Wohnraum einzusetzen. 

Informationen zum Bürgerbegehren und Möglichkeiten zum Mitmachen und Unterstützen finden soie auf der Homepage www.wohnraum-erhalten.de

Zurück