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Meldungen aus dem Verein

|   Aktuelles aus Nürnberg

Mieten steigen nicht, sie werden erhöht

Ein Kommentar von Constatin Päch 1. Vorsitzender des DMB Nürnberg zum Mietspiegel 2024.

Von 9,18 Euro auf 9,65 Euro sind die durchschnitt lichen Mieten in Nürnberg gestiegen. Vielleicht sollte man präziser formulieren: Von 9,18 Euro auf 9,65 Euro wurden die Nürnberger Mieten angehoben. Präzise sollte man auch beim nächsten Satz sein: Grundlose Mieterhöhungen gibt es auch nicht. Es gibt nur Gründe, die fast alle als berechtigt ansehen, und Gründe, für die man nicht unmitt elbar Verständnis aufbringen kann.

„Leider steigen meine Reparaturkosten seit Jahren stetig an. Ich habe Ihre Miete seinerzeit knapp und damit scharf kalkuliert, möchte Ihre Wohnung auch weiterhin regelmäßig in Schuss halten können, komme aber bei den steigenden Handwerkerkosten an die Grenze zu den roten Zahlen. Deswegen muss ich Ihre Miete anheben.“ – Kein Mieter würde Freudensprünge machen bei so einem Brief, aber man könnte es vielleicht verstehen. Leider liest man diesen Satz fast nie. „Die Mieten in Nürnberg sind gestiegen, deswegen erhöhe ich auch Ihre Miete“ – dieser Satz ist leider häufiger. Und löst verständlicherweise Unverständnis aus. Die Miete soll steigen, einfach, weil es geht? Unabhängig von der Frage, was investiert wurde, was investiert werden soll? Ohne sichtbare Gegenleistung? Einfach so, weil andere auch erhöhen? Also weil „der Markt es hergibt“?

Den Druck, der dadurch entsteht, dass es weniger Wohnungen gibt als Nachfrage, kann man ausnutzen. Und im laufenden Mietverhältnis oder bei Neuvermietung eines Bestandshauses mit den aktuellen hohen Mieten und Angeboten mitgehen. Das ist leider sogar legal. Nur als legitim empfinden es die Menschen nicht mehr.

Wichtig wäre es, dass der Bundesgesetzgeber endlich die zugesagte kleine Bremse umsetzt, die längst versprochen ist: die Begrenzung des Mietanstiegs auf „nur“ 11 % statt bisher 15 % in drei Jahren. Besser wäre noch etwas anderes: Mietensteigerungen nicht nur blind an die Marktentwicklung zu koppeln, sondern auch daran, ob die reale Belastung des Vermieters gestiegen ist. Der Markt regelt auch beim Thema Wohnen viel – aber eben oft nicht so, dass die Menschen das Ergebnis als gerecht empfinden. 

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